Ja zur Berner Bildungsinitiative
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Argumente für die Berner Bildungsinitiative

Gute Bildung ist das Fundament für einen starken Kanton Bern – für unsere Wirtschaft, die Chancengleichheit unserer Kinder und für eine lebendige Demokratie. Deshalb verankert die Berner Bildungsinitiative den Grundsatz einer flächendeckend hohen Bildungsqualität in der Kantonsverfassung. Unsere Schulen brauchen gute Rahmenbedingungen, um ihren wichtigen Auftrag langfristig zu erfüllen.

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Gute Bildung sichert Fachkräfte für unsere Wirtschaft

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Der Wirtschaftsstandort Bern profitiert: Unsere Unternehmen sind darauf angewiesen, auch künftig genügend ausgebildete Fachkräfte zu finden. Eine hohe Bildungsqualität vermittelt jungen Menschen die Fähigkeiten für ihren Weg ins Berufsleben.

Gute Bildung stärkt unsere Demokratie

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Eine lebendige Demokratie braucht gut informierte Bürgerinnen und Bürger. Die Schule vermittelt Wissen und hilft jungen Menschen, sich eine eigene Meinung zu bilden. Gute Bildung stärkt damit unsere Demokratie und den gesellschaftlichen Zusammenhalt.

Gute Bildung schafft Chancengleichheit

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Bildung ist der Schlüssel zu mehr Chancengleichheit. Alle Kinder und Jugendlichen in unserem Kanton sollen die Möglichkeit haben, ihre Fähigkeiten zu entwickeln und ihren eigenen Weg zu gehen – unabhängig von ihren Startbedingungen.

Ausgebildete Lehrpersonen sind entscheidend für den Lernerfolg

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Der Lehrpersonenmangel fordert die Schulen im Kanton Bern seit Jahren stark heraus und tut es noch heute. Damit gute Bildung gelingt, braucht es langfristig genügend ausgebildete Lehr- und Fachpersonen. Sie spielen für den Lernerfolg eine zentrale Rolle, denn sie begleiten Kinder und Jugendliche auf ihrem Bildungsweg, vermitteln Wissen und fördern ihre Fähigkeiten.

Lehrpersonen brauchen Zeit für die Schülerinnen und Schüler

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Kinder und Jugendliche lernen am besten, wenn Lehrpersonen Zeit für sie haben. Noch immer geht zu viel Zeit für administrative Aufgaben verloren. Lehrpersonen sollen sich wieder stärker auf den Unterricht und ihre Schülerinnen und Schüler konzentrieren können.

Zur Initiative

Warum soll ich die Initiative unterstützen?

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Gute Bildung ist das Fundament für einen starken Kanton Bern – für unsere Wirtschaft, die Chancengleichheit unserer Kinder und für eine lebendige Demokratie. Die Bildungsinitiative verankert die Bildungsqualität in der Verfassung. Die Schulen brauchen gute Rahmenbedingungen, um ihrem wichtigen Auftrag auch langfristig zu erfüllen. 

Wer steht hinter der Initiative?

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Die Initiative wurde vom Berufsverband Bildung Bern lanciert. Sie wird von zahlreichen Organisationen (siehe hier) sowie über 150 Persönlichkeiten aus Wirtschaft, Gesellschaft und Politik in 9 Regionalkomitees unterstützt.

Warum eine allgemein formulierte Initiative auf Verfassungsebene?

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Die unterschiedlichen Bildungsstufen werden in verschiedenen Gesetzen reglementiert: Volksschulgesetz, Mittelschulgesetz, Gesetz über die Berufsbildung, die Weiterbildung und die Berufsberatung, Hochschulgesetze. Eine Gesetzesinitiative greift daher zu kurz und holt nicht alle Stufen ab. Die Bildungsinitiative verankert den Grundsatz einer flächendeckend hohen Bildungsqualität in der Kantonsverfassung für alle Stufen und verlangt, dass alle Schülerinnen und Schüler von ausgebildeten Lehr- und Fachpersonen unterrichtet werden – das ist heute nicht der Fall. Wird die Initiative angenommen, werden Kanton und Gemeinden zur Umsetzung entsprechender Massnahmen verpflichtet.

Wie viel kostet die Umsetzung der Initiative?

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Das lässt sich kaum beziffern, da Regierung und Parlament über die konkreten Massnahmen befinden werden. Bei einer Annahme der Initiative soll nicht per se mehr Geld ausgegeben werden, sondern die bestehenden Mittel sollen optimal eingesetzt werden. Zudem: Die Bildungsinitiative wird langfristig Geld einsparen. Bildung ist das Fundament. Alles in der Bildung Verpasste führt später zu höheren Kosten, beispielsweise im Gesundheits- oder Sozialwesen. Bildung ist der wirksamste Schutz vor Armut. Fast die Hälfte aller Sozialhilfebeziehenden verfügt über keine nachobligatorische Ausbildung – in der Gesamtbevölkerung ist es nur rund jede siebte Person. (Höchste abgeschlossene Ausbildung der Sozialhilfebeziehenden der wirtschaftlichen Sozialhilfe und der ständigen Wohnbevölkerung im Alter von 25 bis 64 Jahren - 2024 | Diagramm)

Welche konkreten Massnahmen könnte die Politik bei einer Annahme der Initiative beschliessen?

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Aus Sicht des Initiativkomitees wären dies u.a. folgende Massnahmen: 

  • Anreize verstärken, damit nicht-qualifizierte Lehrpersonen die fehlende Ausbildung nachholen

  • Schulsekretariate ausbauen zur Entlastung der Lehrpersonen von administrativen Aufgaben

  • Monitoring einführen zur frühzeitigen Erkennung von personellen Engpässen bei Lehr- und schulischen Fachpersonen

  • Konkurrenzfähige Anstellungsbedingungen für Lehrpersonen im Vergleich zu Nachbarkantonen schaffen

  • Eine Obergrenze für die maximale Klassengrösse einführen, damit Lehrpersonen entlastet werden und Schülerinnen und Schüler mehr Aufmerksamkeit erhalten

Zur Bildungsqualität

Ist die Bildungsqualität bedroht?

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Ja. Die Forschung zeigt klar, dass ausgebildete Lehr- und Fachpersonen für den Lernerfolg der Schülerinnen und Schüler zentral sind. Aktuell ist jede 10. Lehrperson im Kanton Bern nicht  ausgebildet. Das sind 1700 Personen, die ohne Diplom unterrichten. Zudem verfügt je nach Stufe jede 4. Lehrperson nicht über das adäquate Lehrdiplom. Ein Hinweis ist zudem, dass immer weniger Schülerinnen und Schüler einen SekII-Abschluss (Berufsabschluss oder Matura) schaffen. Diese Quote sank im Kanton Bern von 2017 bis 2023 um 2.4 Prozentpunkte von 94.3% auf 91.9% und liegt deutlich unter dem von Bund und Kantonen deklarierten 95%-Ziel. (Quelle: Koordinationsstelle für Bildungsforschung (SKBF). (2026). Bildungsbericht Schweiz 2026. Aarau: SKBF; Bundesamt für Statistik: Abschlussquote auf der Sekundarstufe II nach Wohnkanton - 2023 | Diagramm)
Zudem zeigen die Pisa-Resultate für Mathematik und Lesen einen deutlichen Rückgang der Leistungen der Schweizer Schülerinnen und Schüler für den Zeitraum 2012 bis 2022. (Pisa 2012, 2015, 2018, 2022)

Wie kann Bildungsqualität gemessen werden?

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 In der Bildung können nur einzelne Parameter gemessen werden: Pisa, ÜGK (Überprüfung Grundkompetenzen), Stellwerktest. Eine weitergehende Vermessung wird dem Anliegen einer umfassenden (Persönlichkeits)bildung nicht gerecht. Messbar sind die Abschlüsse nach der Sekundarstufe II, d.h. die Erfolgsquoten bei den Gymnasien sowie die Berufsabschlüsse. Länder, in denen Lehrpersonen einen hohen Stellenwert geniessen und wo viel in ihre systematische Aus- und Weiterbildung investiert wird, schneiden bei PISA tendenziell besser ab ( Brand, A. (2026). Die Bildungsweltmeister: Eine Reise zu den besten Schulen der Welt und was wir von ihnen lernen können. Weinheim: Beltz

Zum Lehrpersonenmangel

Wie gross ist das Problem des Lehrpersonenmangels wirklich?

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Den Schulen gelingt es mit viel Engagement, offene Stellen zu besetzen. Allerdings ist gemäss aktuellen Zahlen des Bundesamts für Statistik der Anteil an ungenügend ausgebildeten Lehrpersonen im Kanton Bern weiter gestiegen: Jede zehnte Lehrperson unterrichtet ganz ohne Lehrdiplom. Zudem verfügen je nach Stufe bis zu 30% nicht über die korrekte Ausbildung, unterrichten also beispielsweise auf der nicht passenden Stufe oder in Fachbereichen, für die sie nicht ausgebildet sind. Sprich: Noch immer fehlen mehrere Tausend ausgebildete Fachpersonen – insbesondere auf der Primarstufe und im heilpädagogischen Bereich. Für die Kinder und Jugendliche zählt  jedes einzelne Schuljahr. Verpasste Chancen wegen unausgebildeter Lehrpersonen lassen sich nicht oder nur sehr schwer aufholen.

Wie viele Lehrpersonen unterrichten an Berner Schulen, ohne dass sie über eine entsprechende Ausbildung für die von ihnen ausgeübte Funktion verfügen?

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1700 verfügen über kein Lehrdiplom – dazu gehören auch jene Lehrpersonen, die noch in der ersten Hälfte der Ausbildung sind, aber bereits unterrichten. Die Zahl ist deutlich höher, wenn auch jene Personen mitgezählt werden, die nicht über das adäquate Diplom verfügen (z.B. nicht passende Stufe oder nicht passender Fachbereich) oder sich in der zweiten Hälfte der Ausbildung befinden. Was als Notmassnahme gegen den Lehrpersonenmangel Sinn machte, darf nicht zum Standard werden. Die Initiative verlangt, dass alle Schülerinnen und Schüler von ausgebildeten Lehr- und Fachpersonen unterrichtet werden.
(Bundesamt für Statistik, 14.4.26, https://www.bfs.admin.ch/bfs/de/home.assetdetail.36478931.html)

Wie will die Initiative den Lehrpersonenmangel lindern?

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Die Initiative verlangt, dass die Schülerinnen und Schüler von ausgebildeten Lehrpersonen unterrichtet werden. Nach dem Willen des Initiativkomitees sollen die Anreize verstärkt werden, damit fehlende Ausbildungen nachgeholt werden. Zudem sollen Arbeitsbedingungen so ausgestaltet werden, dass der Beruf wieder attraktiver wird.

Viele Berufe haben Fachkräftemangel, warum soll ausgerechnet der Bildungsbereich unterstützt werden?

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Gute Bildung ist das Fundament für eine starke Berner Wirtschaft. Sie sorgt dafür, dass unsere Unternehmen in allen Bereichen auch morgen genügend Fachkräfte finden.

Engagement von Lehrpersonen

Wird an den Schulen für die Initiative geworben?

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Ganz klar nein. Die Schule ist politisch neutral. Im schulischen Kontext darf daher keine Werbung für die Initiative gemacht werden. Ausserhalb der schulischen Kontextes dürfen und sollen sich Lehrpersonen und andere Fachpersonen selbstverständlich politisch äussern und engagieren.